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FACHTAGUNG ZUR IDEENEXPO
NIHK fordert mehr Techniklehrer und kreative Projekte
Mehr Praxisbezug im Unterricht sowie kreative außerschulische Projekte können bei Kindern und Jugendlichen die Neugier für die Naturwissenschaften wecken und sie so für die „MINT“-Fächer begeistern. Das ist das Fazit einer Fachtagung des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) im Rahmen der IdeenExpo. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - die so genannten „MINT“-Fächer - finden immer weniger Anhänger bei Schülern und Lehrern. Und das, obwohl sie unerlässlich sind, um in Deutschland auch auf lange Sicht Fachkräfte zu sichern. Aus diesem Grund habe der NIHK bereits in seinen kürzlich veröffentlichten Bildungspolitischen Positionen eine stärkere naturwissenschaftlich-technische Ausrichtung in den Schulen angemahnt, so Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. „Der Technologiestandort Deutschland braucht Forscher, Ingenieure, Facharbeiter, Techniker und Meister, umso wichtiger ist es, den Forschungsdrang der Schüler zu erhalten und zu fördern“. Deshalb ist es nach Auffassung des NIHK auch unerlässlich, mehr Techniklehrer auszubilden und einzustellen.
Projekte mit mehr Bezug zum Lebensraum der Kinder und 50 Prozent männliche Erzieher fordert Erich Welschehold, „Lehrer des Jahres 2009“ und Vortragsredner der NIHK-Fachveranstaltung. Er verwies auf gute Erfahrungen mit Erfinderclubs und Themen, die Kindern im Alltag begegnen, wie Küstenschutz oder Energie aus Wasser und Sonne. Die in solchen Projekten gefertigten Produkte, z. B. ein Solarboot, seien echte Erfolgserlebnisse für die Kinder. Welschehold plädierte auch für Arbeit in geschlechtergetrennten Gruppen. Die Mädchen seien dadurch mutiger, die Jungen befreiter, betonte der Leiter des außerschulischen Lernortes „Bildung für Technik und Natur“ in Wilhelmshaven. Er wies außerdem darauf hin, dass nur hoch motiviertes und gut ausgebildetes Personal in der Lage sei, Schülern Begeisterung und Fachwissen zu vermitteln. „Der Lehrerberuf sollte Berufung und keine Notlösung sein“, so Welschehold. Die Pädagogik müsse zudem in der Lehrerausbildung einen höheren Stellenwert bekommen.
Für das Unterrichtsprofil „Naturwissenschaft und Technik“ sowie für mehr Techniklehrer sprach sich Prof. Wolfgang Mackens von der Technischen Universität Hamburg-Harburg in seinem Vortrag „Über Anwendungsbezug zur Neugier“ aus. „Unterrichtspläne müssen angepasst werden, damit die schulische Ausbildung insgesamt besser wird. Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen könne man Anwendungen aus der Praxis in die Schule einbinden, das Interesse der Kinder und Jugendlichen wecken und so letztlich auch wieder mehr Nachwuchs im gewerblich-technischen Bereich gewinnen.
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Hannover, 30.08.2011

