. .

Illustration

SCHÜLERUMFRAGE

Gutes Betriebsklima ist entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Daumen hoch_klein © Shutterstock Zoom

Was macht ein Unternehmen aus der Sicht von Jugendlichen als Ausbildungsbetrieb attraktiv? Vor allem Respekt gegenüber den Auszubildenden und ein gutes Betriebsklima! Das ist das wichtigste Ergebnis einer Umfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) unter 1.654 Schülerinnen und Schülern. Weit über 90 Prozent hielten diese Merkmale für wichtig bzw. sehr wichtig. „Auch Spaß an der Arbeit, etwas lernen zu wollen, Praxisbezug und die Zukunft im Unternehmen sind entscheidende Kriterien für die Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz“, berichtet Volker Linde, NIHK-Sprecher für Berufsbildung im aktuellen Fokus Niedersachsen. Die Vergütung spiele dagegen keine so große Rolle und Überstunden seien für die Mehrzahl kein Problem.

„Mit dieser Umfrage liefern wir den niedersächsischen Unternehmen eine aktuelle Momentaufnahme und konkrete Hinweise, wie sie als Ausbildungsbetrieb attraktiver und damit besser werden können, um am Ausbildungsmarkt zu bestehen“, so Linde. Denn der Wettbewerb zwischen den Betrieben um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für die angebotenen Ausbildungs­plätze verschärfe sich in Folge der demografischen Entwicklung immer mehr. Umso wichtiger sei es für Unternehmen, der Ausbildung eine wachsende Bedeutung beizumessen, sozial kompetent zu agieren und die Auszubildenden wertzuschätzen. Eine besondere Funktion übernehme dabei der Ausbilder.

Fast genau so bedeutsam sei es für die Schülerinnen und Schüler, etwas zu lernen. „Sie betrachten die Ausbildung als Investition in ihre berufliche Zukunft, für die sie möglichst gut und umfassend qualifiziert sein wollen. Eine vollständige und systematische Ausbildung sowie Fairness im Umgang sind deshalb unerlässlich“, betont NIHK-Experte Linde.

Die Jugendlichen scheuten dabei auch Verantwortung nicht, rund 90 Prozent beurteilten es als wichtig, bzw. sehr wichtig, wann immer es gehe, reale Tätigkeiten zu übernehmen. Für Linde belegen diese Aussagen die Attraktivität der dualen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, nur sie könne den Praxisbezug so umfassend gewährleisten.

Die Bedeutung von praktischen Erfahrungen belege auch, dass etwa 87 Prozent der Befragten ein Praktikum für wichtig bzw. sehr wichtig hielten. „Eine große Chance für die Unternehmen“, so Linde, „denn in solchen Praktika präsentieren sich nicht mehr nur die Jugendlichen ihrem zukünftigen Ausbildungsbetrieb, vielmehr kann der Betrieb so versuchen, die Jugendlichen von seinen Vorzügen zu überzeugen und sie für sich zu gewinnen.“

Unter den materiellen Rahmenbedingungen stünden die Arbeitszeit und der Wunsch, auch während der Ausbildung noch Freiräume für Freizeitaktivitäten und Freunde zu haben, an erster Stelle. Trotzdem sei es lediglich für rund 22 Prozent der Jugendlichen wichtig oder sehr wichtig, keine Überstunden zu leisten. „Ein Zeichen für die große Leistungsbereitschaft seitens der angehenden Auszubildenden“, betont der NIHK-Sprecher. Finanzielle Fragen seien hingegen nachrangig. Bei der Frage nach der Höhe der angestrebten Ausbildungsvergütung seien die Jugendlichen realistisch. Ihre Antworten lägen leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 708 Euro.

Im Hinblick auf die bevorzugten Informationsquellen über Berufe und Ausbildungsbetriebe seien die Schüler noch überraschend konservativ, sie informierten sich laut der Umfrage über Praktika, Zeitungen, Internetauftritte von Unternehmen, die Berufsberatung sowie Eltern und Freunde. Social Media wie Twitter und Facebook spielten dagegen eine untergeordnete Rolle und würden von nur 25 Prozent als wichtig oder sehr wichtig beurteilt. Die Jugendlichen wählen offenbar sehr bewusst aus, für welche Zwecke sie welche Informationsquelle nutzen“, bekräftigt Linde. Auch wenn der Schwerpunkt in der Kommunikation mit potenziellen Auszubildenden hier zurzeit noch nicht liege, dürften Betriebe die neuen Medien zukünftig jedoch nicht ignorieren.

Große Unternehmen sind bei der Akquise von Auszubildenden nicht im Vorteil. Auch dieses Fazit zieht der NIHK aus der Schülerumfrage. Ganz im Gegenteil könnten gerade kleine und mittelständische Unternehmen durchaus Ansatzpunkte für ein spezifisches Profil finden. So könnten sie ihre besonderen Stärken gezielt herausstellen, um in den Augen der Jugendlichen als Ausbildungsbetrieb attraktiv zu sein.

Die aktuelle Ausgabe „Fokus Niedersachsen“ sowie die Broschüre „Was erwarten Jugendliche von der Wirtschaft“ mit den ausführlichen Ergebnissen der Schülerumfrage stehen rechts aus  auf  dieser Seite auch zum Download zur Verfügung.

Hannover, 06.06.2012

Bookmark setzen bei: Twitter Bookmark setzen bei: Facebook Bookmark setzen bei: XING  Bookmark setzen bei: MySpace Bookmark setzen bei: Yahoo Bookmark setzen bei: Google
 
 
 
  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: 04131 742-150
  • Fax: 04131 742-250

Kontakt speichern

DOKUMENT-NR. 1768