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WIRTSCHAFTSKRISE
Wenig Auswirkung auf Ausbildungsmarkt
Der Anteil der Unternehmen, die ihr Ausbildungsengagement im Jahr 2009 konstant halten oder ausbauen wollen, ist gegenüber dem Vorjahr leicht von 75,3 auf 75,8 Prozent gestiegen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK), an der sich über 1.000 niedersächsische Ausbildungsunternehmen beteiligt haben. „Wir sind optimistisch, dass sich das Ausbildungsangebot im laufenden Jahr trotz der Krise kaum ändern wird“, so NIHK-Vorsitzender Dr. Karl Harms, gleichzeitig Präsident der Oldenburgischen IHK. Im letzten Jahr sind insgesamt 32.440 Ausbildungsverträge abgeschlossen worden.
Deutlich wurde in der Befragung, so der NIHK, dass die Unternehmen die aus der demographischen Entwicklung resultierenden Fachkräfteengpässe stärker bei ihrer Ausbildungsentscheidung gewichten als die wirtschaftliche Lage. So hätten in der aktuellen Umfrage 70 Prozent der Unternehmen angegeben, dass die Sicherung des Fachkräftebedarfs entscheidenden oder merklichen Einfluss auf die Ausbildungsentscheidung habe. Die Geschäftserwartungen spielten hingegen eine deutlich geringere Rolle. Diese hätten nur bei gut 55 Prozent der Unternehmen einen entscheidenden oder aber merklichen Einfluss auf das Angebot an Ausbildungsplätzen.
Der NIHK unterstreicht in diesem Zusammenhang, dass die wesentliche Variable für die Entwicklung der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge die Zahl der Schulabgänger sei. Diese gehe nach Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK) im Jahr 2009 um rund 3,5 Prozent (3.100 Schüler) zurück. Bei ausschließlicher Betrachtung der Haupt- und Realschüler sei der Rückgang sogar deutlich gravierender (Minus 9,3 Prozent bzw. 4.600 Schüler). Angesichts dieser Rahmendaten würde die Ausbildungsmarktsituation aus Sicht der Schulabgänger im Vergleich zum Rekordjahr 2008 selbst dann gleichbleiben, wenn die Vertragszahlen bis zu sieben Prozent zurückgehen würden.
Ein weiterer Hinweis auf einen Fachkräfteengpass ist das Ergebnis, dass im zurückliegenden Jahr fast 23 Prozent der antwortenden Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. 2007 waren es noch rund 17 Prozent. Gründe dafür waren laut Umfrage, dass in mehr als der Hälfte der Fälle keine geeigneten und in immerhin rund 7,5 Prozent der Fälle gar keine Bewerbungen vorlagen.
Wie problematisch mittlerweile die Bewerbergewinnung geworden ist, belegt ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Fast 70 Prozent der Unternehmen nannten als wesentliches Ausbildungshemmnis die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger. 2008 waren es noch 56 Prozent. Die größten Mängel sehen Unternehmen im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen (58,2 Prozent), im Bereich der elementaren Rechenfertigkeiten (54,3 Prozent) und bei der Leistungsbereitschaft und der Motivation (50,0 Prozent). 49,3 Prozent beklagten die Disziplin.
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Hannover, den 18. März 2009

