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LANDSTROMVERSORGUNG IN HÄFEN
Ökologischer Nutzen in keinem Verhältnis zu Kosten
Der Bau von Landstromanlagen bedeute hohe Investitionskosten und einen erheblichen jährlichen Wartungsaufwand für die Häfen. Diese Ausgaben seien nach Auffassung des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) unverhältnismäßig zu dem geringen ökologischen Nutzen. "Zur Vermeidung umweltschädlicher Abgase ist eine Landstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen in Häfen aus ökologischer Sicht irrational,".sagt Dr. Michael Ahrens, NIHK-Federführer Verkehr, Schifffahrt und Häfen, Post, Telekommunikation. Dies sei das Ergebnis einer aktuellen EU-Studie zum nachhaltigen Wachstum des Kreuzfahrttourismus in Europa.
Auch aufgrund des großen Strombedarfs und einer fehlenden Normierung der Stromanschlüsse auf den Schiffen ist eine landseitige Versorgung aus Sicht des NIHK nicht darstellbar. Stattdessen sollten schiffseitig technische Lösungen angestrebt werden.
Diese Auffassung teilen auch die Autoren der EU-Studie. Sie halten alternative Technologien wie etwa Katalysatorentechnik für wesentlich kosteneffektiver und ökologischer. Zudem argumentieren sie, dass der mit der Landstromversorgung erhoffte ökologische Nutzen bereits durch eine neue EU-Richtlinie erreicht werde. Ab dem Jahr 2010 schreibe diese vor, dass Schiffe in EU-Häfen nur noch Treibstoffe mit einem Schwefelanteil von 0,1% verbrennen dürfen. Mit Blick auf die durchschnittliche Liegezeit eines Kreuzfahrtschiffes von zehn Stunden sei ein ökologischer Nutzen fraglich. Bedingt durch die zeitintensive An-/Abschlusszeit würde ein Schiff ca. 15 Prozent seines Hafenaufenthaltes nicht durch eine Landstromanlage versorgt werden können.
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Hannover, 2. Oktober 2009

