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IM GALOPP

Reittourismus in Niedersachsen: NIHK fordert mehr Kooperation

'Niedersachsen galoppiert an -  Potenziale des Reittourismus aktiv nutzen!' - so lautete der Titel einer Veranstaltung des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK), an der rund 90 Vertreter aus Tourismus- und Reitwirtschaft, Kommunen und Verbänden im Multifunktionsgebäude 'Westergellerser Heide' auf dem Turniergelände in Luhmühlen teilgenommen haben. „2 Millionen aktive Reiter und 11 Millionen pferdeinteressierte Deutsche machen noch keinen Reittourismus: Gerade hier kommt es auf eine Kooperation zwischen unterschiedlichsten touristischen Leistungsträgern und den Anbietern einer entsprechenden kommunalen Infrastruktur an“, so Martin Exner , tourismuspolitischer Sprecher des NIHK zum Auftakt der Veranstaltung.

Die Notwendigkeit einer solchen Kooperation unterstrichen in ihren Grußworten auch Erika Cordts für den Niedersächsischen Reitverband und Ministerialdirigent Ulrich Petersen , Abteilungsleiter im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium für die niedersächsische Landesregierung. „Ein Bundesland, das das Pferd im Landeswappen führt, ist natürlich dem Pferdesport und dem Reittourismus in besonderer Weise verpflichtet“, so Petersen unter Hinweis auf die vielfältige und attraktive Angebotspalette rund um das Pferd, die bedeutende Pferdezuchttradition und das positive Image Niedersachsens als Pferdeland.

Die wissenschaftlichen Grundlagen für die weitere Veranstaltung legte Mathias Behrens-Egge , Geschäftsführer der BTE – Tourismusmanagement, Regionalentwicklung, Partnerschaftsgesellschaft aus Hannover. Er stellte in seinem Vortrag eindrucksvoll Niedersachsens Position als Pferdeland Nr. 1 in Deutschland heraus und wies darauf hin, dass Reitsport und Reittourismus einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung ländlicher Strukturen und der dortigen Arbeitsplätze leiste. Behrens-Egge zeigte, welche ungenutzten Potenziale das Thema Pferd für die Zukunft des Reittourismus in Niedersachsen noch bereithält: Z. B. werde bei der Vermarktung von Reitanageboten zu wenig auf eine Kombination von Reiten und anderen Outdoor-Freizeitaktivitäten geachtet. Angebote für Menschen, die nicht reiten, aber mit Reitern gemeinsam Urlaub machten, würden außerdem nur selten in ein Gesamtpaket 'Reiturlaub' geschnürt.

Wie aus den Potenzialen vermarktbare Produkte werden können, machte Wiggo Wehner , Geschäftsführer eines Veranstalters für Pferdereisen, der creAktiv Tours GmbH, deutlich. 'Erreitbare Träume, die buchbar sein müssen' lautete das Credo, das er den Anbietern mit auf den Weg gab. Wehner, bereits seit über 30 Jahren im Geschäft, wies dabei auch darauf hin, dass man im Wettbewerb um den Reitgast in Niedersachsen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch mit anderen Ländern konkurriere.

Dass in der Kooperation von kommunalen Infrastruktur- und reittouristischen Leistungsanbietern eine Grundlage für den Erfolg liegt, belegten mehrere kommunale und Unternehmensvertreter in ihren Beiträgen. So machten die zum Teil bereits auf Bundes- und Landesebene preisgekrönten pferdefreundlichen Kommunen Elbtalaue , Salzhausen , Gellersen und der Landkreis Celle deutlich, dass die Umsetzung reittouristischer Angebote vor Ort oft zwar mühsam aber durchaus sehr erfolgreich sein kann, wenn die unterschiedlichen Akteure mit sehr viel Kommunikationsgeschick zur Kooperation motiviert werden können.

Erfolgreiche Reitkonzepte aus der Praxis stellten Johann-Bernd Schulze vom Hotel Pferdeschulze aus Hitzacker mit dem Projekt 'Reiten und Fasten' und Jochen Studtmann vom Glockenhof in Amelinghausen mit einer erfolgreiche Mischung aus Reitbetrieb, Gastronomie, Ferienwohnungen und Seminaren vor. Last but not least zeigte Michael Spethmann als Gesellschafter der Turniergesellschaft Luhmühlen GmbH beispielhaft mit Luhmühlen als weltweit bekanntem Turnierstandort für die Vielseitigkeitsreiterei die große wirtschaftliche Bedeutung auf, die derartige Reitsportveranstaltungen als Publikumsmagnet für eine ganze Region haben können.

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