. .
Illustration

VERANSTALTUNG IN HANNOVER

Arbeitsplatzgestaltung als Wettbewerbsfaktor

Architekturmodell mit zwei zeigenden Händen © denkou images/F1online Zoom Architekturmodell mit zwei zeigenden Händen

Wie bleibe oder werde ich angesichts der großen Veränderungen in der Arbeitswelt für Fachkräfte attraktiv? Welche Auswirkungen haben neue Wertevorstellungen der Menschen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ausgleich von Freizeit und Arbeitszeit und für Arbeitszeitmodelle? Welche Bedeutung haben Arbeitsatmosphäre und -inhalte sowie altersgerechte Arbeitsplätze für die Fachkraft von morgen? Wie verändern Technologiewandel und neue Kommunikationsformen die Arbeitswelt? Welchen Einfluss haben diese Veränderungen auf die Büro- und Gebäudegestaltung? Fragen, auf die Experten mit Blick auf den demografischen Wandel auf der Gemeinschaftsveranstaltung „Arbeitsplatzgestaltung – ein Wettbewerbsfaktor im Kampf um Fachkräfte?“ der Architektenkammer Niedersachsen und des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertag (NIHK) Mitte November Antworten zu geben wussten.„Der demografische Wandel an sich stellt keine Gefahr dar. Gefährlich sei es nur, ihn zu ignorieren.“ meint Bernhard Litmeyer vom Institut für Site und Facilitymanagement e. V. aus Ahlen als Fazit zum Überblick über die Folgen des demografischen Wandels.Für Wolfgang Plemper, noventum International IT Mangement Consulting, ist entscheidend, dass man’s anpackt – gleich ob großer Wurf oder kleine Verbesserung. Weiß er doch, wovon er spricht. Schließlich hat sein Unternehmen im Wettbewerb GREAT PLACE TO WORK – Deutschlands beste Arbeitgeber 2011 den ersten Platz bis 500 Mitarbeiter belegt. Der Weg dahin ging über viele Jahre in kleinen Schritten der Verbesserung. Leitgedanke war ein Arbeitsplatz, an dem die Mitarbeiter den Menschen vertrauen, für die sie arbeiten, stolz sind auf das, was sie tun und Freude an der Zusammenarbeit mit anderen haben.An Hand von Büroprojekten zeigte Joachim H. Kempf, Architekt aus Hannover, Arbeits- und Lebenswelten auf. Von der Zeit des Kontors bis heute führte er die räumliche und organisatorische Veränderung der Bürowelt vor Augen. Zugleich bewies er, wie Architektur im Bestand moderne, kreative und zugleich zweckmäßige Arbeitsräume zu gestalten vermag. Aber auch der Wirkung von Farbe gab er Raum. Zuletzt demonstrierte er, wie Umbau und Erweiterung eines Gebäudes „für eine Kanzlei nötige Raumqualitäten schafft, die über die bloße Zweckerfüllung hinaus übergeordnete Werte und Lebenseinstellungen  zum Ausdruck bringen“.Offene und informelle Kultur, abwechslungsreiche Arbeitsumgebung, unterschiedliche Arbeitsplatztypen, papierarm, elektronischer Workflow, Clean Desk bei Verlassen des Arbeitsplatzes und Raum- sowie Kosteneffizienz sind für Volker Bursch von der Finanz Informatik aus Hannover, wesentliche Elemente von Office 21, dessen Einführung bei der Finanz Informatik als neues Bürokonzept er präsentierte. Dabei schilderte er die Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmenskultur, was gewisse Spielregeln und Verhaltensweisen für die Mitarbeiter nach sich zieht. Vorteile liegen in höher motivierten Mitarbeitern durch offene und lebendigere Unternehmenskultur. Auf der anderen Seite erzielen Standardisierung im Bereich Arbeitsplatzausstattung, kürzere Durchlaufzeiten durch schnelle elektronische Worksflows, sowie Arbeitplatzeinsparungen über die Sharingquote Effizienzsteigerungen / Kosteneinsparungen für das Unternehmen. Und – so Volker Bursch: „Ein innovatives Bürokonzept spricht Bewerber an und verbessert das Image des Unternehmens am Arbeitsmarkt“.Anschauungsbeispiel und Tagungsort zugleich war das neue Gebäude der VGH-Versicherung in Hannover, dessen Konzeption und Realisation Wolfgang Schneider, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen und Architekt BDA, Hannover von der Gebäudeintegration im vorhandenen Stadtensemble bis zur modernen und zweckmäßigen Raum / -Bürogestaltung erläuterte. Uta Temmen von der VGH ging insbesondere auf die Motivationssteigerung der Mitarbeiter und den Imagegewinn für das Unternehmen ein.Acht wichtige Megatrends sieht Prof. Dr. Peter Kern, Fraunhofer IAO, Stuttgart als Treiber für Veränderungen in der Arbeitswelt: Down-Aging, Urbanisierung, Gesundheit, Globalisierung, Mobilität, New Work, Wissensgesellschaft, Neo-Ökologie. Dies führt zu veränderten Mitarbeitern (Ältere und Jüngere, Frauen und Männer, gemischte Kulturen) und zu Anforderungen der Top-Absolventen, die ein gutes Arbeitsklima und herausfordernde Aufgaben suchen. Förderung und Weiterbildung, Aufstiegs- und Entwicklungschancen sind ebenso bedeutend wie die Zukunftsfähigkeit und Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens oder flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten. Architektur wird Ausdruck der Unternehmenskultur, Gebäude fördern Zusammenarbeit und Räume Kommunikation, was zu unterschiedlichen Raum- und Arbeitszeitzonen ebenso wie zu aufgabenangepasste Arbeitsplatzangebote führt. Auch für Prof. Kern müssen Arbeitswelten für Menschen Wertschätzung vermitteln, Autonomie zulassen, Selbstverwirklichung fördern, soziale Beziehungen unterstützen, Beteiligtsein ermöglichen und Win-Win-Situationen generieren.Zahlreiche Hinweise gaben die Referenten abschließend auf dem Podium „Ein Wettbewerbsinstrument – aber wie fange ich es an?“: Kleine Schritte sind möglich, aber eine gute Analyse muss voran gehen. Das gilt für den Bauherrn / Unternehmer, der seine Ziele und Visionen kennen und dem Architekten möglichst früh vermitteln muss. Das gilt für den  Architekten, der sich auf das Unternehmen einlassen und es verstehen muss. Es bedarf gegenseitiger Kommunikation. Bilder helfen der Vorstellungskraft. Und vor allem auch die Mitarbeiter teilhaben lassen. Hilfreich ist, mit Unternehmerkollegen zu sprechen, die solche Entwicklungen bereits gemeistert haben. Manchmal ist auch die Ausschreibung eines kleinen Architektenwettbewerbs nützlich.

Bookmark setzen bei: Twitter Bookmark setzen bei: Facebook Bookmark setzen bei: XING  Bookmark setzen bei: MySpace Bookmark setzen bei: Yahoo Bookmark setzen bei: Google

Bewertung abgeben

rate-0.0 0.0 (Durchschnittliche Bewertung von 0 Besuchern)

DOKUMENT-NR. 1570

  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: 04141 524-140
  • Fax: 04141 524-113

Kontakt speichern
  • DIHK-THEMA DER WOCHE

18.09.2014

Dienstleistungsbinnenmarkt: Es gibt noch viel zu tun!

Ende 2014 feiert der Europäische Binnenmarkt seinen 22. Geburtstag. Für Betriebe, die Dienstleistungen europaweit anbieten, gibt es einer Umfrage des DIHK zufolge aber immer noch zu viele bürokratische Hürden. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen machen sie es sehr schwer, die Vorteile des Binnenmarktes für sich zu nutzen. Der DIHK fordert Kommission und Mitgliedstaaten auf, bestehende Hemmnisse wo immer möglich abzubauen.